Redaktion
29.09.2010
In der Bonner Friedrich-Ebert-Stiftung diskutierten Lehrkräfte und Vertreter aus Verbänden, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über den Einsatz digitaler Medien im naturwissenschaftlichen Unterricht. Dabei wurden die im Rahmen des Schulen-ans-Netz-Projekts Naturwissenschaften entdecken! entstandenen Materialien vorgestellt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer forderten eine Stärkung des praxisorientierten Unterrichts mit digitalen Medien.

Die Laufzeit des Projekts Naturwissenschaften entdecken! nähert sich dem Ende. Zu diesem Anlass trafen sich Lehrkräfte, Wissenschaftler und Ausbilder in Bonn, um die Ergebnisse des von der UNESCO-Kommission ausgezeichneten Projekts zu begutachten. "In den fünf Jahren seines Bestehens hat das Projekt rund 400 digitale Unterrichtsmaterialien entwickelt, mit denen naturwissenschaftliche und technische Themen lebendig und praxisnah vermittelt werden können", hob Dr. Gabriele Hausdorf, Leiterin des Referats Digitale Medien und Informationsinfrastruktur im Bundesministerium für Bildung und Forschung, in ihrem Grußwort hervor. Der Bedarf an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern werde zunehmen, so Hausdorf weiter. Daher sei die Nachwuchsförderung in diesem Bereich besonders wichtig. Vor diesem Hintergrund begrüßte Hausdorf, dass auch nach Ende der Projektförderung die von Lehrkräften stark nachgefragten Unterrichtsmaterialien von Naturwissenschaften entdecken! online abrufbar sein werden.
Lehrkräfte, die das Projekt über viele Jahre als Autoren, Fachberater und Referenten begleitet haben, stellten eine fächerübergreifende Auswahl der Materialien von Naturwissenschaften entdecken! vor:
Wichtige Impulse für den mediengestützten Unterricht
2006 ging das Projekt an den Start – was ist seitdem erreicht worden, fragte WDR-Moderator Helmut Rehmsen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Diskussionsrunde. "Viel! Es wurden wichtige Impulse für den modernen naturwissenschaftlichen Unterricht gegeben. Auch das entstandene Netzwerk von Lehrkräften, Wissenschaftlern und Institutionen ist von ganz entscheidender Bedeutung für die Nachhaltigkeit der Projektergebnisse", unterstrich Maria Brosch, Geschäftsführender Vorstand von Schulen ans Netz. "Die Materialien des Projekts stellen eine große Erleichterung im Unterricht dar", ergänzte Heinrich Kuypers, Lehrer an einer Schule in Düsseldorf. Als Lehrkraft könne man die Faszination der Naturwissenschaften mediengestützt viel leichter vermitteln.
Stärkung der Medienkompetenz
"Nicht die Schülerinnen und Schüler, sondern vor allem die Lehrkräfte müssen an die Medien herangeführt werden", forderte Hans Jürgen Metternich vom Chemiepark Marl. In der Lehreraus- und fortbildung sei der sinnvolle Einsatz von Computer und Internet rechtzeitig einzuüben. Kuypers plädierte ebenfalls für eine Stärkung der Medienkompetenz im Studium: "Der Medieneinsatz erfordert eine ganz andere Konzeption von Unterricht." Der Frontalunterricht werde den Potenzialen der Medien nicht gerecht. Markus Bissinger von der Klaus Tschira Stiftung stimmte der Bedeutung der Lehrerausbildung zu. Er hob jedoch ergänzend hervor, dass für eine Verstetigung der Medienbildung auch die Ausstattung der Schulen eine wichtige Voraussetzung sei.