Der Grundsatz vom Schülerversuch als wertvollstem Gut des naturwissenschaftlichen Unterrichts ist vielleicht der sehr ehrenwerte Grund für die Zurückhaltung vieler Kolleginnen und Kollegen beim Einsatz neuer Medien im Chemieunterricht. Im Internet finden sich jedoch einige - zudem auch noch kostenfreie - Materialien, die sich im Unterricht für eine Symbiose zwischen Praxis und Spiel mit der virtuellen Realität geradezu aufdrängen. Am Beispiel der NaCl-Synthese werden hier entsprechende Online-Materialien der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. M. W. Tausch (Duisburg) und vertiefende Darstellungen und Übungen auf der österreichischen Schulchemieseite von Prof. Stuhlpfarrer vorgestellt.
Zunächst einmal kann sie auf keinen Fall die sinnliche Erfahrung der Stoff- und Energieumsätze bei chemischen Reaktion ersetzen. Aber sie kann bei der Vor- und Nachbereitung der Unterrichtsversuche wertvolle Dienste leisten, indem sie komplexe Abläufe transparent und Fehler erkennbar macht. Sie kann - vor allem in der animierten Darstellung - auf unnachahmliche Weise Modellvorstellungen im Zusammenhang vermitteln. Und schließlich: Sie kann unter Nutzung der Faszination des elektronischen Mediums manchen SchülerInnen erst einmal die Augen öffnen für die Faszination naturwissenschaftlicher Vorgänge. Diese "extrinsische" Motivation ist natürlich zwiespältig: Eigentlich sollte der chemische Versuch genau dies "intrinsisch" leisten. Und die Faszination des Mediums kann eben auch, falsch eingesetzt mit vielen "elektronischen Mätzchen", gerade das Gegenteil bewirken und den Blick auf den eigentlichen Inhalt verstellen. Gelungene Beispiele der Duisburger Chemie-Didaktik, die genau dies nicht tun, werden nachfolgend exemplarisch vorgestellt.
unterrichtet als Chemie- und Physiklehrer an einer beruflichen Schule in Baden-Württemberg und ist Administrator der Schulchemie-Website.
Halogene, Salze