Was durch die ersten Fernröhrchen vor 400 Jahren erstmals am Himmel beobachtet wurde, hatte das Weltbild ganz schön durchgeschüttelt. Und auch heute lassen die Astronomen uns staunen, suchen nach "Dunkler Materie" oder - klingt ein bisschen nach Harry Potter - "Dunkler Energie". Gerade aus offenen Fragen bezieht das Fach einen Teil seiner Faszination. Den Rest erledigen eindrucksvolle Bilder (werfen Sie mal einen Blick auf hubblesite.org) und "das Unermessliche, das die astrophysische Wissenschaft zu messen sucht", und uns dabei mit "Zahlen, ausgestattet mit einem Kometenschweif von zwei Dutzend Nullen", konfrontiert (Doktor Faustus, XXVII).
Galileo Galilei (1564-1642) richtete 1609 das gerade erfundene Fernrohr an den Nachthimmel und sah Erstaunliches. Anlässlich dieses historischen Jubiläums erklärten die Vereinten Nationen 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie (IYA 2009). In Deutschland will man sich dabei auch dem Thema "Astronomie und Schule" besonders widmen. Aktivitäten und Ziele stellt der Koordinator der deutschen Aktivitäten, Dr. Michael Geffert, Astronom am Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn, in seinem Artikel zum IYA 2009 bei Lehrer-Online vor.
Im neuen Fachportal finden keineswegs nur gewiefte Astronomie-AGs Anregungen: Anknüpfungspunkte und Materialien gibt es auch für die Fächer Geographie (zum Beispiel zur Entstehung der Jahreszeiten von Jens Joachim aus Leipzig), Physik, Deutsch (Keplers Traum von der Reise zum Mond von Günther Neumann aus Straubing), Geschichte und Kunst. Das Angebot beinhaltet neben "leichter Kost", mit der auch Astronomie-Neulinge problemlos Vertretungsstunden gestalten können (wie die Erkundung unseres Sonnensystems von Raimund Ditter aus Weinheim), auch anspruchsvolle und zeitaufwändige Unterrichtsprojekte (zum Beispiel die Höhenberechnung von Kraterwänden des Mondes von Florian Mikulik und Florian Andritsch aus Graz).
Zwar ist die Astronomie hierzulande aus vielen Lehrplänen verschwunden (in angelsächsischen Ländern sieht es anders aus), doch sie erweist sich als echter Joker, wenn es darum geht, naturwissenschaftliches Grundinteresse gerade bei jüngeren Schülerinnen und Schülern zu entfachen. Für einen Platz der Astronomie in der Schule spricht viel:
Wenn Sie eigene Projekte und Materialien zur Astronomie entwickeln und Kolleginnen und Kollegen vorstellen möchten, damit nicht jeder das Rad neu erfinden muss, dann schreiben Sie uns doch:
Redaktion "Naturwissenschaften entdecken!"