Schülerinnen und Schüler der Marienschule in Leverkusen-Opladen entschlüsseln den Code der DNA, arbeiten mit einem Elektronenmikroskop und führen Tierversuche durch. Dafür benötigen sie aber weder aufwändige Labore oder teure Technik noch lebende Tiere, denn alles kann am Computer simuliert werden. Und damit jeder individuell und in seinem persönlichen Tempo arbeiten kann, stehen den Lernenden seit der letzten Woche Netbooks zur Verfügung. "Naturwissenschaften entdecken!" erprobt mit Unterstützung von Intel die Möglichkeiten der kleinen Geräte im Unterricht.
Projektleiter Richard Heinen begründet den Versuch: "Wenn wir die ganze Vielfalt digitaler Unterrichtszenarien ausschöpfen wollen, benötigen wir eine 1:1-Ausstattung. Netbooks bieten hier eine kostengünstige Alternative, die durch das geringe Gewicht auch den Rücken der Kinder und Jugendlichen schont. Da die Geräte besonders für die Nutzung des Internets konzipiert sind, bietet sich damit die Arbeit mit Lernplattformen wie lo-net² an. Wir möchten nun testen, wie Lernende und Lehrkräfte auf die neuen Geräte reagieren."
Interaktive Lernumgebungen, virtuelle Labore, dynamische ArbeitsblätterDr. Matthias Nolte unterrichtet Biologie, Chemie und Physik an der Erzbischöflichen Marienschule in Leverkusen-Opladen und testet die Netbooks zurzeit unter anderem mit seinem Biologie-LK "auf Herz und Nieren". "Der Nutzen des Computers im Biologieunterricht geht über die reine Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation und Internetrecherche weit hinaus. Interaktive Lernumgebungen, virtuelle Labore, in denen in der Schule nicht durchführbare Experimente virtuell ausgeführt werden können und dynamische Arbeitsblätter bieten eine optimale Ergänzung zu den klassischen Medien Schulbuch, Folie, Tafel und Film."
Förderung eines methodenreichen UnterrichtsDer Lehrer erhofft sich von den Netbooks unter anderem eine Steigerung der Methodenvielfalt im Klassenzimmer: "Ist es bisher so, dass die Arbeit mit dem Laptop oder die Arbeit im Computerraum im Zentrum der Stunde steht, so können Netbooks auch einfach mal für kurze Sequenzen genutzt werden, ohne wieder weggebracht werden zu müssen. Sie finden neben Heft und Buch immer gut Platz auf den Schülertischen. So unterstützen die Netbooks einen methodenreichen, anregenden Unterricht."
Bewährungsprobe für Netbooks im KlassenzimmerDer Pädagoge will prüfen, ob "ob die 'Kleinen' für die volle Bandbreite der Einsatzgebiete im Biologieunterricht brauchbar sind." "Interessant ist auch, wie gut die Schülerinnen und Schüler mit dem kleinen Bildschirm und der kleinen Tastatur zurecht kommen werden." Noch bis zu den Weihnachtsferien wird in Leverkusen mit der neuen Technik experimentiert. Danach wird eine Zwischenbilanz gezogen. Tests mit weiteren Schulen sind geplant.
Projektleiter "Naturwissenschaften entdecken!"