Die grafischen Darstellungen der kostenfreien Software sind hochwertig. Als besondere Merkmale hervorzuheben sind realistische Sonnenauf- und -untergänge sowie Grafiken von Planeten, Gasnebeln oder Galaxien. Die recht realistischen Darstellungen bereiten Schülerinnen und Schüler auf das vor, was tatsächlich am Himmel zu sehen ist. So werden angemessene Erwartungen geweckt und Enttäuschungen vermieden. Beim "Spielen" mit dem Programm entdeckt man immer wieder neue potenzielle Einsatzmöglichkeiten. Ob es die Nutzung der figürlichen Darstellung von Sternbildern in der Grundschule ist oder die Veranschaulichung unterschiedlicher Tagesabläufe auf der Nord- und Südhalbkugel der Erde - Verblüffung über die Vielfalt des Programms ist vorprogrammiert!
Nach dem Start übernimmt Stellarium den ganzen Bildschirm. Das bedeutet, dass Bedienelemente des Betriebssystems nicht mehr erreichbar sind. Will man auf diese zugreifen (um zum Beispiel parallel zur Arbeit mit Stellarium die Ergebnisse in einem Textverarbeitungsprogramm zu notieren oder per Screenshot festzuhalten), kann man den Vollbildmodus über einen entsprechenden Button ausschalten.
Stellarium ist Open Source Software. Das Programm kann also kostenfrei installiert und an Schülerinnen und Schülern für die Nutzung am privaten Rechner weitergegeben werden. Zudem ist Stellarium plattformunabhängig: Es stehen Downloads für Linux, Mac und das Windows-Betriebssystem zur Verfügung. Wer sich den Installationsaufwand sparen möchte, kann Stellarium auch auf der Xplora-Knoppix-DVD aufrufen. Diese DVD enthält neben Stellarium auch eine Reihe weiterer für den naturwissenschaftlichen Unterricht interessanter Software - fertig installiert und konfiguriert. Die DVD kann von der Xplora-Website heruntergeladen und mittels DVD-Brenner auf eine eigene DVD gebrannt werden (siehe Zusatzinformation). Die ganze DVD ist als OpenSource Software kostenlos und lizenzfrei. Sie kann beliebig kopiert und weitergegeben werden.
Im Zusammenhang mit dem Thema "Orientierung" am Himmel bietet sich Stellarium für erste "Trockenübungen" im Klassenzimmer (Beamerpräsentation), im Computerraum oder am heimischen Rechner an, bevor der reale Nachthimmel mithilfe einer drehbaren Sternkarte betrachtet wird. Entsprechende Szenarien und Materialien (inklusive Kopiervorlagen für eine drehbare Sternkarte) finden Sie in der Unterrichtseinheit Erste Schritte zur Orientierung am Sternenhimmel. Ein weiterer Artikel beschreibt, wie Schülerinnen und Schüler sich im Rahmen der Vorbereitung spezieller Beobachtungen, zum Bespiel Stern- und Planetenbedeckungen durch den Mond, in die Software einarbeiten können: Beobachtungsvorbereitung mit Stellarium.
Dr. Karl Sarnow unterrichtet die Fächer Physik, Mathematik und Informatik am Gymnasium Isernhagen (Niedersachsen).
Peter Stinner ist Lehrer für Physik und Mathematik am Kopernikus-Gymnasium in Wissen (Rheinland-Pfalz). Mit der Wissener Astronomie-AG betreibt er die Sternwarte der Geschwister-Scholl-Realschule in Betzdorf.
Astronomie